Steuererklärung 2018: Fristen und Fristverlängerung

2019-04-15 13:24

Welche Abgabefristen gelten für Steuererklärungen 2018? In diesem Jahr greifen gesetzliche Neuregelungen.
Steuererklärungsfrist 2018

Für das Kalenderjahr 2018 sind die Erklärungen zur Einkommensteuer, zur Körperschaftsteuer, zur Gewerbesteuer, zur Umsatzsteuer und zur gesonderten oder zur gesonderten und einheitlichen Feststellung bis zum 31.7.2019 abzugeben. Die verlängerte Abgabefrist tritt 2019 erstmals in Kraft und basiert auf das Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens.

Auf die Abgabefrist macht aktuell auch die Finanzverwaltung aufmerksam. So verdeutlicht Thüringens Finanzministerin Taubert: "Die Steuerpflichtigen haben in diesem Jahr mehr Zeit für ihre Steuererklärungen. Die Abgabefrist für Steuererklärungen des Jahres 2018 endet grundsätzlich am 31.7.2019, beratene Steuerpflichtige haben in der Regel sogar bis zum 29. 2.2020 Zeit. Für alle Besteuerungszeiträume vor 2018 gelten die bisherigen Regelungen."

Für die Umsatzsteuererklärung gilt dies allerdings nicht, wenn die gewerbliche oder berufliche Tätigkeit mit Ablauf des 31.12.2018 endete. Hat die gewerbliche oder berufliche Tätigkeit vor dem 31.12.2018 geendet, ist die Umsatzsteuererklärung für das Kalenderjahr einen Monat nach Beendigung der gewerblichen oder beruflichen Tätigkeit abzugeben (§ 18 Abs. 3 Satz 2 i. V. m. § 16 Abs. 3 UStG).

Bei Steuerpflichtigen, die den Gewinn aus Land- und Forstwirtschaft nach einem vom Kalenderjahr abweichenden Wirtschaftsjahr ermitteln, endet die Frist nicht vor Ablauf des 5. Monats, der auf den Schluss des Wirtschaftsjahres 2018/2019 folgt.

Steuererklärung 2018: Fristverlängerung

Sofern die vorbezeichneten Steuererklärungen durch Personen, Gesellschaften, Verbände, Vereinigungen, Behörden oder Körperschaften im Sinne der §§ 3 und 4 StBerG (z. B. Steuerberater) angefertigt werden, wird die Frist zur Einreichung der Steuererklärung vorbehaltlich § 109 AO Abs, 2 AO grundsätzlich sogar bis zum 29. Februar 2020 verlängert.

Begründung für Fristverlängerung bei Steuererklärung

In begründeten Einzelfällen wurde in der Vergangenheit auf Grundlage der sog. Fristerlasse bei begründeten Einzelanträgen eine Fristverlängerung über den 31.12. des Folgejahres hinaus gewährt. Die generelle Fristverlängerung bis 28.2. des Zweitfolgejahres für sog. Beraterfälle wurde seit 2009 im Rahmen eines Pilotprojekts im Bundesland Hessen getestet. Die Voraussetzungen für eine rückwirkende Fristverlängerung wurden vor allem für fachkundig vertretene Steuerpflichtige deutlich verschärft.

Vorabanforderung möglich

Es bleibt den Finanzämtern vorbehalten, Erklärungen mit angemessener Frist für einen Zeitpunkt vor Ablauf der allgemein verlängerten Frist anzufordern. Von dieser Möglichkeit soll insbesondere Gebrauch gemacht werden, wenn

  • für den vorangegangenen Veranlagungszeitraum die erforderlichen Erklärungen verspätet oder nicht abgegeben wurden,
  • für den vorangegangenen Veranlagungszeitraum kurz vor Abgabe der Erklärung bzw. vor dem Ende der Karenzzeit nach § 233a Absatz 2 Satz 1 AO nachträgliche Vorauszahlungen festgesetzt wurden,
  • sich aus der Veranlagung für den vorangegangenen Veranlagungszeitraum eine hohe Abschlusszahlung ergeben hat,
  • hohe Abschlusszahlungen erwartet werden,
  • für Beteiligte an Gesellschaften und Gemeinschaften Verluste festzustellen sind oder
  • die Arbeitslage der Finanzämter es erfordert.

Kontingentierung: Vereinbarung zwischen Finanzamt und Steuerberater

Im Rahmen der sog. Kontingentierung können Angehörige steuerberatender Berufe mit der Finanzverwaltung Vereinbarungen treffen. D. h., dass ein bestimmter prozentualer Anteil an Steuererklärungen bis zu einem vereinbarten Stichtag einzureichen ist (§ 149 Abs. 6 AO). Damit soll ein kontinuierlicher Eingang der Steuererklärungen bei den Finanzämtern erreicht werden.

Steuererklärung: Frist verpasst

Bei Nichteinhaltung der Fristen kann die Finanzbehörde ein Zwangsgeld androhen und festsetzen. Bleibt auch dies erfolglos, kann sie eine Schätzung der Besteuerungsgrundlagen ankündigen und durchführen. Legt der Steuerpflichtige gegen den Schätzungsbescheid Einspruch ein, kann die Finanzverwaltung von der Fristsetzung nach § 364b AO Gebrauch machen, wonach Erklärungen und Beweismittel, die erst nach Fristablauf vorgelegt werden, nicht berücksichtigt werden.

Steuererklärungen 2018: Automatisierter Verspätungszuschlag

Für Steuererklärungen, die nach dem 31.12.2018 einzureichen sind, kommt nun der automatische Verspätungszuschlag zum Einsatz. Dieser wurde ebenfalls durch das Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens in § 152 Abs. 2 AO neu geregelt.

Die verschiedenen Finanzverwaltungen empfehlen die elektronische Abgabe der Steuererklärung.

Unsere Bitte: Zur Vermeidung des automatischen Verspätungszuschlags bitten wir Sie um rechtzeitige Zuverfügungstellung Ihrer Unterlagen.
Ihr concredis-Team

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